Faszination Mikroskop

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... Wie alles anfing ...

als ich mit acht Jahren ein kleines blaukariertes Köfferchen im hintersten Winkel eines Schrankes entdeckte .... es öffnete und ein schwarzes Instrument mit etlichem Zubehör entdeckte. Heute kann ich mich nicht mehr erinnern, ob ich dem schwarzen Gerätchen jemals irgend etwas Sehenswertes entlockte, aber an das Zubehör: die Pinzetten, Nadeln, Skalpell, Glasplättchen, Schälchen und vor an komisch riechende Flüssigkeiten in kleinen Fläschchen kann ich mich gut erinnern.

 
 
 

 

... die Zwei in Bio ...

mit 16 (über die Motivation kann ich im nachhinein nur spekulieren) erwarb ich für 99 DM ein Mikroskop der Marke Revue (Quelle Kaufhaus). Es verfügte über die wunderbare Vergrößerung von 1200x, womit ich eindeutig zum Liebling unserer Bio-Lehrerin avancierte. Am meisten begeisterte mich an diesem Gerät die Möglichkeit, Kristalle im polarisierten Licht anzuschauen. Versuche, mit einem eher primitiven Fotoapparat diese Schönheit festzuhalten, scheiterten allerdings kläglich.

 

 

 

... die graue Theorie und ein unerfüllter Traum ...

auch hier liegen die Motive eher im Dunkeln. Ich habe allerdings so meine Vermutungen. Als Abiturient wie auch als Student pflegte ich sehr stark mein Hobby - das Fotografieren. Stellenweise war ich mit acht bis zehn Kilo Fotozeug unterwegs, gründete einen Fotoverein in Mainz, hatte mit meinen Freunden eine erste Ausstellung im Palmenhaus, gewann einen ersten Preis bei Foto Pop in Mainz .... und wollte dann vermutlich mal wieder an die alte Liebe anknüpfen. Jedenfalls fand ich vor zwei Monaten die nebenstehende Broschüre (1. Auflage 1977) wieder. Ich schätze, es war zur Zeit meines ersten ernsthaften Verdienstes als ich anfing, mich auf dem Markt umzusehen. Als Amateurfotograf war ich natürlich auf Qualität bedacht. Also faßte ich den Erwerb eines gut ausgestatteten Zeiss-Mikroskops (aus Jena) ins Auge. Da die Genossen aber auch nichts zu verschenken hatten und ich andererseits alles auf einmal wollte, also Phasenkontrast, Polarisation, Fluoreszenz etc. wurde nichts aus der Wiederbelebung meiner alten unbewußten Liebe zum Mikro.

 
... aber dann .... oder am Ende wird alles gut ...

irgendwann packte es mich im Dezember wieder. Und wieder war es eher ein Impuls aus dem Unbewußten (obwohl es immer die Weihnachtszeit war, wo es mich packte): ich beschloß, in Ebay mein Glück zu versuchen. Zwei Wochen nahm ich mir für die Recherchen Zeit. Mein Dank gebührt hier - unbekannterweise übrigens - dem Verfasser der Mikrofibel: Klaus Henkel. Ich habe dieses voluminöse und sehr instruktive Werk einige Male gelesen, eigentlich: studiert - nächtelang, z.B. auch beim TV-Schauen. Ein gut Teil meiner Halbbildung verdanke ich seinen Bemühungen.

Mitte Dezember war es dann soweit. Ich schwankte noch zwischen einem günstigst angebotenen (und gut ausgestatteten) Olympus Inversmikro und einem Orthoplan. Da der Preis für das Olympus davonzog und ich auch nicht so recht wußte, ob ich mit einem inversten Mikro glücklich werden würde, entschloß ich mich, um das Orthoplan zu kämpfen. Der Kampf ging dann früh morgens gegen 2:30 zu meinen Gunsten aus. Ich ersteigerte es - ohne Objektive - für 880 €.

Um keine halben Sachen zu machen erstand ich beim Verkäufer auch gleich noch etliche Objektive - pauschal pro Stück 50 €. Und dann sollte es losgehen.

 

 
... wie ich fast zum Jäger und Sammler wurde ....

nun ja: eigentlich eher aus Unwissenheit. Ich wußte zwar mehr Details als der Verkäufer (und habe ihm auch einige Prachtstücke abgeluchst), aber - und hier fängt die Lehrzeit an - das Orthoplan hatte eine kleine Macke, die wir beide sahen, aber deren Tragweite wir unterschätzten: eine Lamelle der Leuchtfeldblende war rausgesprungen. Die Reparatur (es kamen noch Kleinigkeiten dazu wie Gangbarmachen des Polarisators etc.) war sehr zeitaufwendig. Ich mußte warten, was meine Sache nicht ist ... und erstand dann ein zweites (Labormikro von Zeiss Winkel, ca. 50 Jahre alt) und dann ein drittes (Olympus ECH mit Planoptik, ca. 30 Jahre alt) Mikro.... nicht zu vergessen allerdings etliche Fototuben und -adapter, Projektive, Zwischenringe etc. etc.
 

 
 

 

.... und was die Faszination schließlich ausmacht ...

für mich besteht sie schlichtweg im Entdecken eines versteckten, verborgenen Farb- und Formenreichtums des Ganzkleinen. Gerade in der Kombination mit der Digitalfotografie und der digitalen Bildverarbeitung ergeben sich oft Bilder von suggestiver Wirkung.